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jeanne's blog
 
Wer sich über meine Alltagsabenteuer auf dem Laufenden halten will, ist herzlichst eingeladen, meinen Blog zu lesen. Exklusive, hier und nur auf deutsch. Allerdings weise ich darauf hin: Das Lesen ist auf eigene Gefahr. ^^

 

13. August 2008

Gerüche der Großstadt

Ich lebe seit über einem Jahr in der Großstadt und ich bin zu dem Fazit gekommen: Mir stinkt's! Und zwar gewaltig!

Doch, ganz ehrlich. Ich habe bisher selten einen Ort gefunden, der nicht irgendwelche merkwürdigen Gerüche absondert. Ich wusste gar nicht das ich die Landluft mal so vermissen werde. Gut hin und wieder stinkt es auf dem Land nach Kuhmist und Gülle, aber hey: Diese "edlen" Naturgerüche zieh ich der täglichen Richorganqual der Großstadt auf jeden Fall vor.

Aber was soll man machen. Zurück in die Pampa möchte ich nicht, also nehme ich es tapfer auf mich, meine Tage mit der Klammer auf der Nase zu verbringen.
Na gut, das ist gelogen. So entstellt laufe ich natürlich nicht herum. Das lässt meine bescheidene Eitelkeit einfach nicht zu. ;D

Aber ich halte nicht selten streckenweise die Luft an. Und wenn das nicht mehr geht und ich dem Ersticken mal wieder nahe bin, dann atme ich so flach wie möglich, um ja nicht den z.B. vorherrschenden Amoniak-Geruch zu viel zu inhalieren. Es gibt zwar die Möglichkeit, durch den Mund zu atmen, wie es meist empfohlen wird, aber die Vorstellung diese penetranten Geruchsstoffe ungefiltert in meine Lungen zu ziehen, das ... äh ... näh! Darauf verzichte ich.

Die wirklich widerlichsten Gerüche sind im Bus, in der U-Bahn und ganz weit oben in der Bestenliste, in der S-Bahn zu finden. Wer also gerne mal eine Näschen voll zur Probe nehmen möchte, dem empfehle ich diese drei exquisiten Etablissements. Dort gibt es alles zu erleben, wie den frischen Schweißgeruch, den abgestandene Schweißgeruch, gerne gemischt mit kaltem Zigarettenduft, oft der betörend Geruch von (natürlich) Urin, dazu dürfen auch nicht die seichten Noten verschiedener anderer Ausscheidungen fehlen, die häufig mit unterschiedlichen Farben in Brauntönen definiert werden. ...  Jaaa, ich wollt jetzt nicht Scheiße schreiben. Oo
Schaler Biergeruch kommt auch gerne dazu und wenn dann doch tatsächlich mal ein Putzlappen durch das Abteil gezogen wurde, dann mischt sich das alles noch mit dem stechend, bitteren Geruch von einem Putzmittel, das seine Wirkung völlig verfehlt.

Ich sag nur: Öffentliche Verkehrsmittel sind ein eindrucksvolles Erlebnis. Das sollte jeder mal erFahren haben. ;D

Aber ich gebe zu, es stinkt nicht überall so. Hin und wieder in der Einkaufstraße steigt einem der Geruch von frisch Gebackenem oder anderen kulinarischen Genüssen in die Nase. Da nehme ich dann immer ein ganze Lunge von, bevor ich weitergehe, um den weiteren Weg davon zu zehren.

Was aber die beste Methode ist um das vorzeitige Abfaulen seines Richorgans zu vermeiden, ist sich hinter einer schicken Lady zu positionieren und so gut es geht in ihrer Parfümwolke zu navigieren. Wer also in der Stadt zufällig jemanden sieht, der leicht geduckt hinter einer Dame her läuft: Das bin dann ich. ;D

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17. November 2007

Ich denke, es wird Zeit für einen neuen Blog. Sicher gibt es einige Leute, die sich fragen was aus mir geworden ist. Da ich aber nicht alles seit meinem letzten Eintrag ausführlich aufschreiben will, da dies ein Roman werden würde, fasse ich mich kurz.
Die Miesere mit dem Amt ist im Frühjahr gut ausgegangen. Das Verfahren wurde eingestellt. Zuvor bin ich nach Dortmund umgezogen, da ich eine Praktikumsstelle im Bereich der Grafik angeboten bekommen habe. Nun wohne ich also hier, bin mittlerweile vom Praktikanten zum Azubi für Mediengestaltung aufgestiegen und analysiere das allgemeine Großstadtleben.
Vor allem die täglichen Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln faszinieren mich immer wieder auf verschiedenste Weise. Besonders die engagierten Fahrkartenkontrolleure inkognito. Immer wieder ein Spaß für sich.

Als ahnungsloser Fahrgast steigt man früh morgens, in der Regel noch leicht benebelt vom zu wenigen Schlaf und mit kleinen Augen, in die U-Bahn und ist froh einen freien Platz zu finden, auf den man sich nicht gerade graziös nieder plumpsen lässt. Man beobachtet wie sich die Türen der Bahn piepsend schließen und merkt wie sie anrollt. Und dann ist es soweit. Man richtet sich gerade auf ein kleines Schläfchen ein, da schießt der Kontrolleur wie von der Tarantel gestochen von seinem Sitz auf, stürzt auf dich zu und giftet: „Die Fahrkarten, bitte!!“ Geschockt über soviel Arbeitsengagement und Aktivität stiert man den „Bittenden“ erst mal für eine Sekunde mit großen, aber nun hellwachen Augen an, die Hände schützend vor das Gesicht erhoben und angstvoll im Sitz kauernd. Erst dann gibt das Gehirn das Signal: „Nu hol mal deine Fahrkarte raus Alde, sonst wirst du blanchiert.“
Das tut man dann natürlich gewissenhaft aber äußerst provozierend langsam, denn so ein wenig muss man den nahen Herzinfarkt und das verdorbene Nickerchen, ja schließlich rächen.

In den vergangen Monaten ist mir aufgefallen, das die Kontrolleure in den U-Bahnen immer die selben Klamotten tragen, leicht schäbig und meisten Jeanslook. Und was sie alle, aber wirklich alle gleich haben: Die Brille. Alle tragen sie das gleiche Brillenmodell. Ein sehr Unscheinbares, aber daran sind sie immer zu identifizieren. ^^

Soo, das war's erst mal von meinen Abenteuern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bis zum nächsten Mal! :D

© 2005-2010 HP-Design/Drawing by Jeanne Delâge